Gestern Abend hatte es nochmal geregnet….aber ich war gut geschützt …dann schien es nachts aufzuklaren….als ich Mal wach wurde, blickte ich auf einen hell strahlenden Mond…kurzum …Nacht war ok….ich verließ recht früh die Ruine um mich auf den Weg zu machen….und siehe da….ich stand vor Neuf-Windstein….hä?….aber wo habe ich letzte Nacht geschlafen….das war wohl eine kleine Ausgabe von Windstein…..aber zum Schlafen besser, wie ich dann sah…Neuf-Windstein war größer….und auch wohl moderner….es stand noch mehr von der Ruine da….aber es schien keine Räume da zu geben, wo man hätte übernachten können…..
Dieser Teil der Vogesen ist noch relativ flach….schon hügelig aber nicht so wie in den noch kommenden Hochvogesen….auf jeden Fall ein krasser Unterschied zum GR20 letztes Jahr…sehr viel Wald hier….dadurch weniger Weitsicht….aber dafür schattige Wege…..Wege …ja Wege…da hatte ich mir letztes Jahr mehr davon gewünscht….einfache Wege ….Pfade….auf denen man nicht ständig über etwas steigen oder klettern muss….Jetzt habe ich sie…der GR20 war trotzdem ein tolles Erlebnis und ich erinnere mich sehr gerne an ihn 💕…aber das hier ist halt was total anderes….zumindest bisher…eine willkommene Abwechslung…auch wenn mir die Tage bisher genauso oder vielleicht sogar schwerer vorkommen…. vielleicht ist mein Rucksack tatsächlich schwerer als letztes Jahr oder ich bin nicht so fit….auf jeden Fall habe ich ordentlich Muskelkater 🙂….heute werde ich mir ein Hotel gönnen …viel Essen….Wäsche waschen und erholen….ich habe zwar schon das Ziel die ca. 400 Km zu laufen….aber dieses Jahr ist die Entfernung nicht die absolute Priorität 1… vielmehr die Zeit, die ich habe, komplett auszufüllen und zu genießen… und heile zu bleiben….😉.
Mein Smartphone hat heute einen mir unbekannten Ton abgegeben und es gab eine Warnmeldung auf französisch….es schien wohl ein Katastrophen- Test zu sein… damit hatte ich nicht gerechnet…ich warte noch auf so einen Test in Deutschland…
Gegen 12h war ich schon am Ziel in Niederbronn-les-Bains…ich ging erst in die Apotheke… blöderweise habe ich meine Mineralien zu Hause vergessen (Magnesium, etc.)….die ich gerade jetzt gut gebrauchen kann….aber der Apotheker, der deutsch sprach, sagte, dass er so etwas nicht hat und empfahl mir mineralische Wässer zu trinken…what?……ok….echt jetzt …so was bekommt man in Deutschland schon in Drogeriemärkten und ich denke auch im Supermarkt….es gab noch eine zweite Apotheke, die hatte aber gerade Mittag gemacht und öffnete wieder in 2Std…. genauso wie das Hotel, das ich mir aussuchte….also warten … erstmal einkaufen und was essen…dann in die Apo….ok…die hatten wenigstens Magnesium Tabletten…..dann zum Hotel….der Preis, den ich genannt bekam, war aber ein anderer als draußen dran stand….die Dame an der Rezeption schaute sich das draußen an und telefonierte wohl mit einem Manager…dann bekam ich die Aussage, dass der Preis, den das System anzeigt, der Aktuelle ist und der Preis draußen wohl veraltet ist…ok…dann erstmal nicht….ich schaute nochmal im Internet und buchte ein etwas günstigeres Hotel nicht weit weg und war kurz darauf vor Ort und vollstens zufrieden….mit Badewanne 😁….yeah….
Morgen Früh gibt es hoffentlich Kaffee….der erste seit ich auf Tour bin …ich hoffe kein Instant….der steht hier schon auf dem Zimmer…





Das macht, meiner Meinung nach, auch viel mehr Sinn: „…dieses Jahr ist die Entfernung nicht die absolute Priorität 1… vielmehr die Zeit, die ich habe, komplett auszufüllen und zu genießen… und heile zu bleiben….😉“
Auch wenn ein Ziel vor den Augen zu haben immer Menschen schon vorwärts bewegt hat und viel weiter bewegt hat, als sie sonst kämen… als Ziel das Erholen und Genießen zu haben finde ich mittlerweile genau so wichtig oder sogar wichtiger um das Leben als lebenswert zu erachten. Ich glaube, dass wenige Leute noch die Zeit eingach mal genießen können ohne sich als faul oder nutzlos zu fühlen. Wir sind schon so daran gewöhnt worden, dass alles zweckmäßig, effektiv, zielorientiert, nutzvoll sein soll. Leerlauf ist in der Gesellschaft nicht so viel gewünscht. Doch genau Leerlauf ist dass, was uns diejenigen sein lässt, die wir eigentlich sind, was unsere Kreativität aufweckt, wo wir das Zeitgefühl verlieren und wo unser Gehirn in ein ganz anderes Arbeitsmodus reinkommt – da fähngt der Mensch eigentlich an, sich richtig kennenzulernen. Vorher funktioniert er nur, ein Programm läuft nur ab, das seit der Kindheit reinprogrammiert wurde. So, im Automatik-Programm, lässt sich das ganze Leben verbringen, ohne das man je merkt, was das Leben noch zu bieten hat. Das Leben ist aber so viel mehr… mehr als gesellschaftlich vorgegebene, vermeintlich eigene, Ziele zu verfolgen.
Oft ist es leider so, dass wir tatsächlich glauben, dass die eigene Ziele besseres Auto, grösseres Haus, weitere Urlaubsreise usw. sind.
Ich glaube richtig glücklich können diejenigen werden, die öfters etwas machen, was dem Programm nicht entsprechen, die mehr Leerlauf im Leben gespürt haben, die sich tatsächlich kennengelernt haben.
Ja…da gibt es nicht mehr viel hinzuzufügen…sehe ich genauso…. Mal Nichtstun finde ich auch wichtig für die Selbstentwicklung und die Kreativität….
Mal 4 Wochen oder mehr aus dem Programm auszubrechen….auf Wanderschaft (in einer wunderschönen Umgebung) zu gehen…..ist eine Pilgerreise zu mir …um mir näher zu sein….sie lässt mich mein Selbst nicht vergessen bzw. erinnert mich daran….und erdet…
Ich finde es vermehrt eigenartig, dass man ständig etwas machen muss, was dem menschlichen Natur nicht entspricht (viel und lange sitzen, ruhig sitzen, bestimmte Uhrzeit aufwachen, nicht kreativ denken, von Industriefutter sich ernähren usw). Schon als Kind wunderte ich mich, dass es nicht erlaubt war zu Hause zu sein, wo man sich doch am wohlsten gefühlt hat ohne, dass man gleich als faul oder ähnliches als Titel erhalten hat. Man musste mit krank sein es rechtfertigen um von der Schule zu Hause bleiben zu dürfen. 🤔
Jetzt ist es mit der Arbeit ähnlich. Fast jeder sagt, dass er/sie sich zu Hause am besten fühlt. Aber zu Hause dürfen vollzeit Arbeitende nur wenig bleiben (meistens auch an Urlaub geht man eher weit weg).
Ich arbeite Teilzeit und merke, wie gut es mir tut, wenn ich einfach sein kann, einfach im eigenen Rhythmus alles machen kann. Man fühlt sich als ein ganz anderer Mensch.
Aber ja, diejenigen die behaupten, dass es Vollzeitarbeit nur sinnvoll ist, verstehe ich auch. Denn es ist tatsächlich unheimlich schwer den eigenen Bedarf, den Konsumdrang herunter zu fahren. Viele Sachen und Leistungen, was man meint zu brauchen sind ebenfalls in den Programmen festgeschrieben und diese Programme zu löschen/umzuschreiben ist ohne weiteres kaum möglich. Zumindest ist es allein schwerer. Die meisten, die ich kenne hatten ein starkes zu Hause, bewusste Großeltern, einen Mentor oder einen starken Partner. 🤔
….ach ja, ein Esel, ein Hund, eine Katze, paar Enten und Hühner würden ganz sicher die Eltern, Großeltern, Lehrer, Mentoren und (Business-)Partner als Helfer zur Programmüberschreibung (als Selbstfindungsinstrumente) ersetzen 😊
😁
Ja, das ist die Kunst…. genug Freizeit…einen tollen Job / tolle Berufung / Tätigkeit und gleichzeitig genug Geld zu haben um das zu bezahlen, was einem wichtig ist…
Tja, das ist wirklich etwas was man können muss. Viele bekommen es aber schon alleine deswegen nicht hin, weil sie nicht so richtig wissen, was für sie wichtig ist 🙂
Dann hilft denen vielleicht ja Mal 4-6 Wochen Auszeit….
Das mit Sicherheit… Dafür muss man sich aber erst mal die Zeit (Geld) erarbeiten…
👍….ja…das ist ja eine Möglichkeit ….